logo Pg St. Kilian

Geschichte der Kirche St. Bartholomäus, Greußenheim

  • 1102 Pfr. Gerung (Dechant des Neumünsterstifts - Gründer des Kloster Triefenstein) 1. Pfarrer in Greußenheim. Über ein Kirchengebäude ist allerdings nichts erwähnt.
  • 12. Jhdt. entstand das frühgotische Kreuzrippengewölbe in der jetztigen 'alten Sakristei'.
  • 1298 Urkunde: Bischof Mangold stiftete eine Vikarie und übergab zur Dotation auch die Pfarrei 'Gruzzen'.
  • ca. 1400 entstand das Sakramentshäuschen im Chorraum.
  • Ostern 1608 zählte das Dorf 328 Gläubige.
  • 1609 Erwähnung einer Kirche nachdem der Turm verändert werden sollte: Es entstand der noch heute bestehende Juliusturm. Trotz beengter Verhältnisse erfolgte keine Erweiterung der Kirche.
  • Im 30-jährigen Krieg (1618-1648) wurde die Kirche in einem Teil ganz zerstört und von Pfarrer Hessenauer wieder hergerichtet.
  • 1691 Brand in Greußenheim. Die Kirche wird nur notdürftig repariert. Neue Glocken werden eingebaut: Inschrift: S. Bartholomae ora Pro Nobis - Fusa Herbipoli - 1691. Sie befinden sich heute im Mainfränkischen Museum, nachdem sie 1921/22 zuerst nach Roßbrunn verkauft worden waren.
  • 17. Jahrhundert entstand der Taufstein (Tulpenschale auf Balusterfuß)
  • 1732 erneuter Brand.
  • 1745 Grundsteinlegung für einen Kirchenneubau unter Pfr. Georg Andreas Vogel (31 Jahre alt) der seit 1737 Pfarrer von Greußenheim war. Der Chor und das Langhaus wurden abgebrochen, die Kirche wurde doppelt so groß wie die Vorherige. Insgesamt wurden 1448 Gulden (davon 300 Gulden aus einer Stiftung des Domkapitels) ausgegeben. Der jetztige Hochaltar wurde eingebaut. Die Gemeinde zählte 565 Seelen.
  • 1748 erfolgte die Konsekration durch Bischof von Gelbsattel.
  • 1770 verstarb Pfarrer Vogel 64-jährig, sein Grab befindet sich im Chorraum.
  • 1832 bis 1839 Verlängerung des Kirchenschiffes nach Westen. Die Gemeinde zählte 801 Seelen.
  • 1841 Einbau einer neuen Orgel.
  • 1855/56 Anbau der neuen Sakristei.
  • 1866 mit dem Bruderkrieg zwischen Bayern und Preußen kam die Cholera ins Land. Greußenheim blieb verschont, aus dieser Zeit stammt das Gelöbnis einmal jährlich eine Prozession nach Höchberg durchzuführen. In etwas kleinerer Form wird diese heute noch im Mai zur Bildeiche durchgeführt.
  • 1882/83 Stiftung der bunten Fenster durch Greußenheimer Bürger. Besonders hervorzuheben ist hierbei das Bildnis des Hl. Bartholomäus hinter dem Hochaltar.
  • 1891: nach schweren Jahren mit Ernteausfällen und vielen Zwangsversteigerungen, gründete Pfarrer Carl Theodor Müller mit weiteren Einwohnern den Darlehenskassenverein Greußenheim aus dem die heutige Raiffeisenbank hervorging.
  • 1910 entstand das Deckengemälde '12 Apostel' von Philipp Rauch/Saulgau.
  • 1914 - 1960 wirkte Pfr. Franz Fleischer (*1885 +1962) als Pfarrer in Greußenheim. Dafür wurde er Anfang der 60er Jahre zum Ehrenbürger und eine Ortstraße nach ihm benannt. Greußenheim hatte damals 1020 Einwohner
  • Seit 1922 läuten die jetzigen Stahlglocken, die seit 1933 durch ein elektrisches Läutwerk betrieben werden. Die Namen der Glocken sind: Maria - Bartholomäus - Josef - Wendelinus.
  • Unter Pfarrer Karl Schwarz wurde 1971 die Kirche umgebaut. Dieser Maßnahme fiel u.a. die Kanzel und die Doppelempore zum Opfer. Die neue Orgel wurde eingebaut.
  • 2008 Pfarrer Eberhard Ritter wird Ehrenbürger für 36 Jahre erfolgreiche Dienste für die Pfarrgemeinde. In seine Amtszeit fallen folgende Baumaßnahmen: 1976/77 Pfarrhausneubau, 1981 Außenrenovierung der Kirche, 1984 Innenrenovierung der Kirche und 1998/99 Pfarrheimneubau.
  • 2010 die Innenrenovierung der Kirche wurde abgeschlossen.

Insgesamt waren seit der Erwähnung mindestens 38 Priester tätig. Derzeit ist Pater Hatto von Hatzfeld als Pfarrvikar und Pfarrer Dr. Julian Paul als leitender Priester für Greußenheim zuständig. Heute zählt die Gemeinde ca. 1578 Einwohner, davon sind 1174 katholisch.

Bildstöcke & Kreuzwegstationen

Stätten der Andacht in Greußenheim

Viele Bildstöcke, Bildhäuschen und Steinkreuze im Dorf und in der Flur zeugen von christlicher Tradition.

Besonders zu erwähnen sind dabei: die barocke Feldkapelle aus dem Jahr 1251 an der Straße in Richtung Hettstadt. Der Bauanlass ist leider nicht mehr bekannt.

Kreuzwegstationen mit Eisenkreuzen am Herchenberg aus rotem Buntsandstein von Andreas Roth im Jahr 1858 erbaut.

Die Daten und Fakten für diese Zusammenfassung wurden größtenteils aus den Schriften zum 875-jährigen Ortsjubiläum 1977 (Redaktion: R.F. Seidl) und "St. Bartholomäus- die Geschichte der Pfarrkirche Greußenheim" von Roland Huth aus dem Jahr 1984 entnommen.)

­